Geothermie – Energie aus der Erde

Geothermie.
Hitze aus dem Erdinneren
Im Inneren der Erde steckt der Erdkern. Er ist sehr heiß und kann bis zu 6.000 Grad Celsius aufbringen. Eindrucksvolle Zeichen dieser Hitze sind beispielsweise Vulkane oder auch Geysire. Wenn die Erdwärme aus dem Inneren nach oben an die Oberfläche gelangt, so wird dies als Geothermie oder als Erdwärme bezeichnet. Während sie an die Oberfläche dringt, erwärmt die Hitze in Gesteins- und Erdschichten liegende Wasserreservoirs. Dies kann man durchaus auch für die Wärme- oder Stromgewinnung nutzen. Der große Vorteil dabei ist, dass geothermische Stromkraftwerke im Gegensatz zu beispielsweise Kohlekraftwerken völlig ohne Emissionen auskommen. Ein Kohlekraftwerk gibt jährlich für jeden Haushalt, den es mit Strom beliefert, eine gigantische Menge CO2 ab. Damit aus der Wärme aus dem Erdinneren Energie gewonnen werden kann, muss sie aus der Tiefe an die Oberfläche gelangen. Hierfür stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum Einen kann sie über heißes Gestein oder zum anderen über heißes Wasser nach oben gelangen. Bei heißem Wasser handelt es sich um natürlich vorkommende heiße Schichten aus Thermalwasser, das nennt man im Fachjargon Hydrothermische Erdwärme. Damit man Wärme aus heißem Gestein gewinnen kann, wird zunächst Wasser in tiefere Schichten gepumpt, wo es dann durch das heiße Gestein erhitzt wird. Schließlich wird es wieder nach oben befördert. Heißes Thermalwasser kann man im Gegenzug dazu direkt anzapfen und nach oben pumpen. Beide Verfahren der Geothermie kann man zur Wärmeerzeugung und auch zur Stromgewinnung verwenden.
Unabhängig von äußeren Einflüssen
Noch ein Vorteil der Geothermie gegenüber anderen Energiequellen ist neben der Emissionsfreiheit die Unabhängigkeit von Wetter und Klima. Dabei ist sie immer verfügbar, was sie zu einer besonders attraktiven regenerativen Energie macht. Wenn Wärme aus Heizwerken genutzt wird, dann wird sie aus Thermalwasser mit einer Temperatur zwischen 40 und 100 Grad gewonnen und in den Kreislauf des Werkes befördert. Ist das Wasser abgekühlt, wird es zurück gepumpt zur Quelle. Wird der Strom auf hydrothermale Weise erzeugt, so müssen Temperaturen von mindestens 100 Grad vorliegen, was bedeutet, dass das Wasser in Dampfform vorliegt. Durch den Wasserdampf werden Turbinen in Gang gesetzt, die den Stromgenerator des Kraftwerkes antreiben. In Deutschland gibt es keine sehr heißen Thermalquellen, so dass die Nutzung der Geothermie vornehmlich zur Wärmeerzeugung stattfand. Inzwischen gibt es aber dank technologischer Neuerungen auch die Möglichkeit, Temperaturen ab 80 Grad zu nutzen und so gibt es auch in hiesigen Regionen erste geothermische Kraftwerke. Die Branche verzeichnet ein enormes Wachstumspotenzial. Kein Wunder, handelt es sich bei der Geothermie doch um eine erneuerbare Energiequelle, die immer und überall genutzt werden kann.
Bild: nealec, istockphoto.com