Kohlekraft – Die Nummer Eins

Kohlekraft.
Weltweit ist die aus Kohlekraft gewonnene Energie der führende Stromlieferant. In einem Kohlekraftwerk werden fossile Energieträger verbrannt, um daraus Strom zu erzeugen. Sowohl Braunkohle als auch Steinkohle findet hier Verwendung. Da Braunkohle eine wesentlich geringere Energiedichte hat, müssen Braunkohlekraftwerke dreimal mehr Masse verfeuern als Steinkohlewerke. Knapp die Hälfte des Stromes, der in Deutschland benötigt wird, entstammt aus der Kohlekraft.
Funktionsweise der Kohlekraft
Ein Kohlekraftwerk ist in in sich abgeschlossenen Blöcken unterteilt, von denen jeder für sich funktionsfähig ist. Jeder dieser Blöcke hat einen eigenen Kohleofen, einen Dampfkessel, eine Dampfturbine, einen Generator, einen Kühlturm und darüber hinaus einen Schornstein. Bei großen Kraftwerken gibt es mehrere Blöcke, die eine Gesamtleistung von mehr als 2.000 Megawatt erreichen können. Wichtig für die effiziente Nutzung der Kohlekraft ist der kontinuierliche Betrieb eines solchen Kraftwerkes. Denn wenn es auch nur kurzzeitig stillgelegt wurde, so benötigt es eine enorm lange Anlaufzeit, wenn es wieder in Betrieb genommen werden soll. Ein Kohlekraftwerk funktioniert mit Hilfe einer Dampfturbine. Das bedeutet, dass zunächst die Kohle zu Kohlestaub gemahlen wird, bevor sie in einen Brennraum geblasen wird, wo sie anschließend verfeuert wird. In einem Kessel wird Wasser erhitzt und zum Kochen gebracht, so dass Wasserdampf entsteht, der wiederum die Turbine antreibt. An diese Turbine angeschlossen ist ein Generator. So wird die Bewegungsenergie in elektrischen Strom umgewandelt. Während dieses Verbrennungsprozesses kommt es zur Freisetzung von Emissionen. Neben Schwefeldioxid und Stickoxid ist dies auch Staub und das schädliche CO2. Um diese Emissionen zu reduzieren, gibt es innerhalb der Forschung stetige Bemühungen, neue Technologien zu entwickeln.
Vor- und Nachteile der Kohlekraft
In Deutschland gibt es vergleichsweise viel Kohle und der Braunkohle-Abbau ist im Tagebau relativ günstig, was die Kosten betrifft. Der Steinkohle-Abbau wurde weitgehend eingestellt, da dieser kostenintensiver ist. Somit zählt die Kohlekraft zu den günstigen Stromarten und die weltweiten Kohlevorräte reichen noch für einen langen Zeitraum. Hinzu kommt, dass auch Steinkohle günstig und sicher bezogen werden kann auf dem Weltmarkt. Damit unterliegt sie nicht politischen Unsicherheiten, wie dies beispielsweise beim Erdgas der Fall ist. Dank innovativer Technologien kann die Emission weiter verringert werden, so dass die signifikantesten Nachteile der Kohlekraft dadurch nahezu beseitigt werden könnten. Tatsächlich ist der aus Kohle gewonnene Strom noch immer besonders schädlich für das Weltklima. Dies betrifft nicht nut das CO2. Auch der Braunkohle-Abbau zerstört zunächst riesige Flächen, die für Natur, Landwirtschaft oder Besiedelung längere Zeit nicht mehr nutzbar sind. Die Steinkohle wird meist auf dem Weltmarkt bezogen und einer der größten Lieferanten ist China. Hier müssen die Arbeiter unter teils menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Auch dies ist ein Argument, das die Gegner der Kohlekraft immer wieder anführen. In der Tat wird im Zusammenhang mit der Kohlekraft in Deutschland immer mehr Kritik laut. Weltweit ist diese Art der Stromerzeugung jedoch stark im Kommen. In China ging beispielsweise zu Beginn des Jahres 2010 pro Woche ein neues Kohlekraftwerk ans Netz. Deshalb gerät die Kohle immer mehr in die Diskussion und es stellt sich die Frage, inwieweit und auf welche Art sie in Zukunft durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann.
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